FAQ’s / Tipps

Antworten auf Häufig gestellte Fragen, Instrumentenpflege Tipps etc. …

An meinem Instrument werden kleine rote, kuperfarbene Flecken sichtbar – was ist das? Hierbei handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen sogenannten „roten Punkt“, engl. auch „pink spots“ genannt, einem Kupferloch. Stetige Einwirkung von Feuchtigkeit führt nach längerer Zeit zur Entzinkung: das Zink wird aus der Messingverbindung (Gelbmessing ist eine Legierung mit ca. 70% Kupfer und ca. 30% Zink) herausgelöst oder „herausgefressen“ und der rote kupferfarbene Punkt bleibt zurück. Wenn sich schon ein Loch gebildet hat muß das betroffene Teil unter Umständen ausgetauscht bzw. mit einem kleinen Messingflicken repariert werden – mit etwas Pflege leicht vermeidbar. Übrigens: Goldmessing auf Grund des höheren Kupferanteils von ca. 85% und auch Neusilber (Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel) sind weitestgehend resistent gegen Entzinkung.

Sie sollten die Perinetventile (Pumpventile) Ihres Instruments möglichst vor und nach jedem Gebrauch ölen. Entfernen Sie zunächst den oberen Ventildeckel und ziehen Sie vorsichtig den Wechsel heraus. Reinigen Sie ihn mit einem fusselfreien Tuch und tragen Sie anschließend einige Tropfen Öl auf. Setzen Sie den Wechsel mit einer leichten Rotationsbewegung wieder ein bis die Ventilführung in die Führungsnase einrastet und schrauben Sie anschließend den Ventildeckel wieder auf. Stellen Sie sicher, dass jedes Ventil in das ursprüngliche Ventilgehäuse eingesetzt wird. Hinweis: In der Anfangsphase ist es möglich, dass sich auf Monel-Wechseln ein schwarzer Film bildet. Dies ist beim Einspielen neuer Instrumente absolut normal und stellt keineswegs einen Mangel dar! Es handelt sich dabei um Abrieb des Wechsels, welcher bei jeder Reinigung entfernt werden muss. Nach gewisser Spieldauer wird sich kein Abrieb mehr bilden

Spricht ein Zylinderinstrument (Zylinderventile, auch Drehventile genannt) einmal nicht richtig an, so überprüfen Sie es zunächst auf korrekte Ventilstellung. Diese Stellung ist im Sprengdeckel (sichtbar nach Abschrauben des unteren Schraubdeckels) gekennzeichnet. Bei Nichtübereinstimmung der Markierungen sollten Sie zunächst die Anschlagkorke anpassen lassen. Alle äußeren beweglichen Teile müssen von Zeit zu Zeit geölt werden. Dies ist unbedingt nötig um die einwandfreie Funktion des Instruments zu gewährleisten und um es vor Schäden durch Verschleiß zu schützen. Bitte ölen Sie wöchentlich die Laufzapfen oben (unter dem Flügel) und unten (hierzu müssen Sie den Schraubdeckel entfernen). Die 3B-Gelenke sollten einmal im Monat geölt werden. Betätigen Sie hierbei die Ventilhebel einige Male, um das Öl gleichmäßig zu verteilen. Durch regelmäßiges Spielen des Instrumentes bleibt die Schmierung der Wechsel (beweglicher Kolben im Zylinderventil) ausreichend erhalten. Um ein Festfressen der Wechsel zu vermeiden, sollten diese nur etwas geölt werden, bevor das Instrument länger nicht gespielt wird. Geben Sie in diesem Fall lediglich ein paar Tropfen spezielles Zylinderventilöl oder auch Perinetventilöl durch das Mundrohr in die Maschine während Sie gleichzeitig die Ventile betätigen. Geben Sie niemals Öl durch die Züge in das Ventil, da dies das Zugfett auswäscht und somit die Wechsel verkleben kann!
Um die exzellente Gangbarkeit der Ventil- und Stimmzüge zu erhalten, muss ab und zu Zugfett aufgetragen werden. Entfernen Sie dafür vorher das alte Fett und tragen Sie neues Fett am Rande des ersten Zugrohres auf. Stecken Sie das Zugrohr mit einer Drehbewegung in das Instrument. Durch das Drehen verteilt sich das Fett gleichmäßig auf dem Innenzug. Wiederholen Sie dies mit dem zweiten Zugrohr. Anschließend stecken Sie den kompletten Zug normal in das Instrument zurück und entfernen eventuell überschüssige Fettreste. Es gibt verschiedene Fette unterschiedlicher Viskositäten auf dem Markt. Für bewegliche Ventilzüge (Triggerzüge / Intonationszüge) muß ein dünneres Fett eingesetzt werden um die optimale, leichtgängige Funktion zu gewährleisten. Auf keinen Fall Ventilöl benutzen.
Vor dem Fetten des Zugs sollten zuerst Innen- und Außenzug gereinigt werden. Anschließend tragen Sie das Schmiermittel dünn auf beide Schuhe (untere Verdickung der Innenzüge) auf und verteilen es mit der Fingerspitze auf beide Rohre des Innenzuges. Nun stecken Sie eine Rohrseite des Innenzuges mit einer leichten Drehbewegung in den Außenzug. Durch das Drehen verteilt sich das Schmiermittel gleichmäßig auf dem Innen- und Außenzug. Wiederholen Sie dies mit dem zweiten Zugrohr. Anschließend stecken Sie den kompletten Innenzug in den Außenzug. Bei Bedarf können Sie noch etwas Wasser mit einem Zerstäuber auf den Innenzug auftragen bis die gewünschte Gleitfähigkeit erreicht ist.
Öl ist nicht gleich Öl und Fett nicht gleich Fett.

Es gibt Öle in unterschiedlichen Viskositäten, dünnere und dickere.

Öle auf Petroliumbasis oder rein Syntetische.

Im Instrumentenbau gibt es für jede Stelle, für jede Achse oder Schraube, für jeden Ventilzug das geeignete Schmiermittel. Ein leichtgängiger Triggerzug braucht ein dünneres Schmiermittel als ein stationäres Stimmzug, die Achse der Piccoloflöte ein dünneres Öl als die Achse einer Bassklarinette. Das Perinetventil einer ziemlich neuen Profi-Trompete braucht auch ein dünneres Ventilöl  als eine schon viel gespielte ältere Trompete oder auch eine neue Schülertrompete. Oft entscheidet schon die Auswahl des geeigneten Öles oder Fettes für die einwandfreie Funktion des jeweiligen Instrumententeiles und Zylinderventile benötigen wiederum andere Öle als Perinetventile.